Was die Forschung zu Migräne und Spannungskopfschmerz sagt. Jede Aussage mit Quelle, jeder Link geprüft (Stand 22.09.2026).
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Nach den Daten der Global Burden of Disease Study hatten 2016 etwa 1,89 Milliarden Menschen Spannungskopfschmerz und 1,04 Milliarden Menschen Migräne. Die Belastung ist bei Frauen zwischen 15 und 49 Jahren am größten: In dieser Gruppe gingen 11,2 Prozent aller mit Beeinträchtigung gelebten Jahre auf Kopfschmerzerkrankungen zurück.
GBD 2016 Headache Collaborators (2018): Global, regional, and national burden of migraine and tension-type headache, 1990-2016. The Lancet Neurology 17(11). DOI 10.1016/S1474-4422(18)30322-3
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Eine systematische Übersicht mit Metaanalyse über physiotherapeutische Behandlungen bei Kopfschmerz fand Verringerungen von Schmerzstärke, Häufigkeit und Dauer bei Migräne, Spannungskopfschmerz und zervikogenem Kopfschmerz. Nach Ausschluss methodisch schwacher Studien wurden die Effekte größer. Die Autorinnen und Autoren stufen die Sicherheit der Belege nach GRADE dennoch als niedrig ein.
Luedtke K et al. (2016): Efficacy of interventions used by physiotherapists for patients with headache and migraine: systematic review and meta-analysis. Cephalalgia 36(5). DOI 10.1177/0333102415597889
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Sieben randomisierte Studien zur manuellen Behandlung von Triggerpunkten in Kopf- und Nackenmuskulatur zeigten weniger Attacken pro Monat (Spannungskopfschmerz 3,5 Attacken weniger, Migräne 1,9 weniger) sowie geringere Schmerzstärke und kürzere Attacken. Wegen der kleinen Studienzahl und methodischer Schwächen ist die Sicherheit dieser Belege sehr niedrig.
Falsiroli Maistrello L et al. (2018): Effectiveness of Trigger Point Manual Treatment on the Frequency, Intensity, and Duration of Attacks in Primary Headaches. Frontiers in Neurology 9:254. DOI 10.3389/fneur.2018.00254
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Eine Metaanalyse von sechs Studien zum aeroben Ausdauertraining bei Migräne fand im Mittel 0,6 Migränetage weniger pro Monat. Für Attackendauer und Schmerzstärke ließ sich wegen unterschiedlicher Messverfahren keine gemeinsame Aussage berechnen; einzelne Studien berichteten Verringerungen um 20 bis 27 Prozent bei der Dauer.
Lemmens J et al. (2019): The effect of aerobic exercise on the number of migraine days, duration and pain intensity in migraine: a systematic literature review and meta-analysis. The Journal of Headache and Pain 20:16. DOI 10.1186/s10194-019-0961-8
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Eine Netzwerkbetrachtung von 19 Studien mit 2.776 Teilnehmenden zeigt: Bei Migräne senkte aerobes Training die Schmerzstärke, bei Spannungskopfschmerz wirkte Krafttraining. Auch der Schmerzmittelverbrauch ging zurück. Die Sicherheit der Belege ist sehr niedrig bis niedrig, weshalb die Übungsart individuell gewählt werden sollte.
Varangot-Reille C et al. (2022): Effects of Different Therapeutic Exercise Modalities on Migraine or Tension-Type Headache. The Journal of Pain 23(7). DOI 10.1016/j.jpain.2021.12.003
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Eine Übersichtsarbeit zu physiotherapeutischen Verfahren bei Kopfschmerz kommt zu dem Schluss, dass nicht jede Maßnahme für jede Kopfschmerzform gleich gut geeignet ist. Beim Spannungskopfschmerz steht der muskuloskelettale Anteil im Vordergrund, bei Migräne sind zentrale Mechanismen beteiligt, weshalb die Belege dort widersprüchlicher ausfallen. Kombinierte Ansätze schneiden am besten ab.
Fernández-de-las-Peñas C, Cuadrado ML (2016): Physical therapy for headaches. Cephalalgia 36(12). DOI 10.1177/0333102415596445
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Der Übersichtsartikel zum Spannungskopfschmerz beschreibt ihn als weltweit häufigste neurologische Erkrankung. Für die Akutbehandlung sind einfache Schmerzmittel Mittel der ersten Wahl. Eine vorbeugende Behandlung wird bei häufigen und chronischen Verläufen empfohlen, dazu zählen neben Medikamenten auch ausgewählte nicht medikamentöse Verfahren.
Ashina S et al. (2021): Tension-type headache. Nature Reviews Disease Primers 7:24. DOI 10.1038/s41572-021-00257-2
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Die Studienlage beschreibt Gruppen, nicht den Einzelfall. Für mehrere der genannten physiotherapeutischen Verfahren ist die Sicherheit der Belege ausdrücklich niedrig. Sie ersetzen die ärztliche Diagnose und Behandlung nicht, sondern ergänzen sie. Ein Behandlungsergebnis wird nicht garantiert.